«Alles muss noch mehr zusammenwachsen»

Seit dem 1. September ist Markus Sager CEO von Swisscom Health. Im Gespräch äussert er sich zum Beitrag von Swisscom zur Digitalisierung im Gesundheitswesen – und zum Praxisinformationssystem curaMED.

Markus Sager, wie steht es um die Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesens?
Die digitale Transformation ist im vollen Gang – mit vielen neuen Möglichkeiten, aber auch mit den dazugehörigen Geburtswehen und Unsicherheiten. Mir scheint, dass die Gesundheitseinrichtungen und auch die Technologieanbieter teils noch zu sehr mit den einzelnen Use Cases beschäftigt sind und noch nicht im grossen Ganzen Lösungen anbieten können.

Was heisst das konkret?
Ich bin überzeugt, dass wir die verschiedenen digitalen Lösungen im Gesundheitswesen auf eine gemeinsame Basis, eine Plattform bringen müssen, auf der sie für alle einfach zugänglich sind. Nur mit einem ganzheitlichen und durchgängigen Ansatz entfaltet die Digitalisierung ihren vielfältigen Nutzen. Und nur so wird eine zeitgemässe und effiziente Kollaboration, wie wir sie uns in anderen Lebensbereichen gewohnt sind, auch im Gesundheitswesen zum Alltag.

Und was ist der Beitrag von Swisscom Health, damit diese Vision irgendwann zur Realität wird?
Vieles ist nicht mehr Zukunftsmusik, sondern heute schon Realität. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die digitalen Werkzeuge für Ärzte, Therapeuten, Spitäler und Patienten weiterzuentwickeln und sie vor allem auch zusammenwachsen zu lassen.

Wie sieht das im Alltag aus?
Nehmen wir unser Praxisinformationssystem curaMED. In der alten Welt war dieses ein digitales Hilfsmittel des niedergelassenen Arztes, mit dem er seine Agenda und seine Krankengeschichten führte. Das Einsatzgebiet der Software endete sozusagen an der Praxistür. Eine ganzheitliche Betreuung des Patienten verlangt aber nach mehr. Sie ruft nach einer effizienten und sicheren Kollaboration zwischen verschiedenen Leistungserbringern – und nach einer zeitgemässen Kommunikation mit dem Patienten selber.

Und all das leistet Ihre Praxissoftware?
Ja. Natürlich muss sei ihren Nutzern weiterhin die Basisfunktionalitäten wie Agenda, Krankengeschichte oder Apotheke bieten. Die Praxis kann zudem aus dem System heraus abrechnen und bei Bedarf weitere Services wie Mahnwesen oder Vorfinanzierung von uns beziehen. Darüber hinaus ermöglicht unsere Software zum Beispiel die Online-Terminbuchung durch den Patienten oder die Einbindung von elektronischen Impfdossiers. Sie erlaubt es dem Arzt, seinen Patienten digital Formulare zuzustellen – etwa für den erstmaligen Anmeldeprozess in der Praxis oder im Zuge der Nachbehandlung. Und selbstverständlich kommt diese moderne Lösung aus der Cloud und ist darum überall und jederzeit verfügbar. So wird die Software für die Praxis zum Kollaborationswerkzeug für zahlreiche Beteiligte.