«Die Digitalisierung verändert das Leben, nicht nur das Gesundheitswesen»

Stefan Amstutz arbeitet seit 25 Jahren für das Praxisinformationssystem triaMED. Im Interview erzählt der Product Manager, warum es ihm nie langweilig wird, wie sich seine Arbeit in dieser Zeit verändert hat und wie es weitergeht mit triaMED.

 

Stefan, du arbeitest seit 25 Jahren für das Praxisinformationssystem triaMED. Ganz ehrlich: wird das nicht langweilig?
Stefan Amstutz: (lacht) Nein, gar nicht. Zumal ich in diesen 25 Jahren immer verschiedene Funktionen inne hatte. Angefangen habe ich als Techniker, dann wurde ich Software-Entwickler und schliesslich habe ich auch Leitungsfunktionen übernommen. Es gab nie einen Grund zum Wechseln, weil nie Langeweile aufkam.

Wie bist du zu triaMED gekommen?
Stefan Amstutz: Eigentlich habe ich ja Mechaniker gelernt. Nach meiner «Stifti» arbeitete ich als Techniker in einer Firma die computergesteuerte sogenannte CNC Maschinen verkaufte. Ein Arbeitskollege hat damals in den Gesundheitssektor zu PraxiData gewechselt. Die Firma stellte Software für medizinische Leistungserbringer her – auch das Praxisinformationssystem triaMED. Dieser Kollege hat mich damals angerufen und gesagt, dass sie einen Techniker bräuchten. So kam es, dass ich auf einmal im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesens landete.

Das ist ein Stichwort: Digitalisierung des Gesundheitswesens. Sie ist zurzeit in aller Munde. Du bist schon seit 25 Jahren dabei. Wie hat sich alles verändert?
Stefan Amstutz: Da hat sich einiges massiv verändert: Früher war das System ein Abrechnungssystem mit einer Schnittstelle zum Pharmalieferanten. Mit der Zeit sind immer mehr Funktionen dazu gekommen, wie Schnittstellen zu Laboren oder EKG- und Röntgengeräten, die Agenda kam hinzu, ebenso wie die strukturierte Krankengeschichte. Als die Maus dazu kam war das auch witzig. Viele wussten nicht, was das Ding soll.

Die Maus?
Stefan Amstutz: Ja, früher war alles Tastaturbedient. Die Maus bot uns die Möglichkeit, ein besseres, benutzerfreundlicheres Design zu machen. Heute ist ein schönes Design notwendig, wenn man eine Software verkaufen will. Aber Mitte der 1990er Jahre war alles noch sehr pragmatisch.

Und irgendwann kam ja noch das Internet.
Stefan Amstutz: Ja genau. Als Techniker konnten wir nun aktuelle Treiber zu Druckern oder PC-Komponenten direkt aus dem Internet herunterladen. Die Geschwindigkeit war aber im Vergleich zu heute sehr langsam und so dauerte es ewig, bis der Download abgeschlossen wurde. Kein Vergleich zu heute.

Datenschutz und Datensicherheit sind ja aber auch ohne Internet oder digitale Lösungen zentral.
Stefan Amstutz: Ja, klar. Das ist vielen nicht bewusst. Doch Datenschutz und Datensicherheit haben sich von der physischen stärker in die digitale Welt hinbewegt. Das sind neue spannende Herausforderungen. Doch wir wissen alle: die Digitalisierung verändert das Leben, nicht nur das Gesundheitswesen. Sie bringt auch viele Vorteile.

Zum Beispiel?
Stefan Amstutz: Heute will man orts- und zeitunabhängig arbeiten. Das bringt Flexibilität in den Alltag. Das wird durch Cloud-Lösungen ganz einfach möglich.

Das ist der Grund, weshalb triaMED von curaMED, dem webbasierten Praxisinformationssystem von Swisscom Health, abgelöst wird.
Stefan Amstutz: Genau. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass wir alle unsere triaMED Kundinnen und Kunden im Laufe des Jahres 2021 auf curaMED migriert haben. Das dauert nun länger.

Warum?
Stefan Amstutz: Für den reibungslosen Wechsel von triaMED zu curaMED wird curaMED weiterentwickelt, damit unsere Kundinnen und Kunden auch in Zukunft effizient mit ihrem neuen Praxisinformationssystem arbeiten können. Wegen erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie und eines Umzuges von curaMED in ein neues hochsicheres Rechenzentrum ist die Weiterentwicklung in Verzug geraten.

Was bedeutet das für triaMED Kundinnen und Kunden?
Stefan Amstutz: Der Wechsel wird kommen. Wir wollen die Kunden schrittweise migrieren und gehen rechtzeitig auf die einzelnen Kunden zu, wenn der Wechsel für sie bereitsteht. Aber bis alle auf dem neuen Praxisinformationssystem sind, ist das gesamte triaMED Team für unsere triaMED Kundinnen und Kunden da. Das Praxisinformationssystem wird nach wie vor weiterentwickelt, damit wir alle gesetzlichen Anforderungen umfassend erfüllen. Und manchmal machen wir sogar noch ein bisschen mehr.

Zum Beispiel?
Stefan Amstutz: Derzeit impfen die Ärzte gegen Corona. Die Covid-19-Impfungen müssen dem Bundesamt für Gesundheit gemeldet werden. Wir haben eine Schnittstelle eingebaut, damit die Ärzte jede geimpfte Person direkt aus triaMED an das BAG melden können. Das vereinfacht den Ärzten den Alltag, weil sie alles aus einem System heraus machen können.

Du hast mir verraten, dass du 53 Jahre alt bist. Theoretisch bist du noch 12 Jahre im Arbeitsleben. Bleibst du für diese Zeit in der Digitalisierung des Gesundheitswesens?
Stefan Amstutz: (lacht) In der IT und im Gesundheitswesen wird in den nächsten Jahren noch vieles passieren. Wir haben alle im letzten Jahr gesehen, dass es viel zu tun gibt. Es gibt deshalb für mich keinen Grund zu Wechseln. Wie zu Beginn gesagt: Es wird nie langweilig.

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